Seekadett Elias - Großartiger Einstand eines Siebenjährigen im Ligabetrieb

Er ist erst sieben Jahre alt. Bei unserem großen Heimspielauftakt am 23. September im Hajek-Saal durfte er in Begleitung seines Vaters als Ersatzspieler beim Match von Michael Alkabetz' Team 7 (Aufsteiger aus der B-Klasse) gegen Team 6 dabei sein. Doch schon nach acht Zügen war seine Partei am 6. Brett gegen einen sehr erfahrenen Spieler unseres Vereins bereits vorbei. Wie das?






Zufälligerweise war ich drei Züge zuvor an seinem Brett vorbeigelaufen. Der Se5 stand noch auf f3 und war von einem schwarzen Läufer g4 wegen der weißen Dame auf d1 gefesselt. Ich hörte wie der ältere Herr dem kleinen Jungen erklärte, dass er den Springer angefasst habe und deshalb nun mit dem Sf3 ziehen müsse. Aha. Später machte ich mir den folgenden Reim darauf. Elias hatte wohl, freudig erregt wegen des möglichen Seekadettenmatts, seinen Springer voreilig angefasst. Dann aber sah er, dass 6. Sxe5 eigentlich gar nicht geht. Denn Schwarz sollte natürlich den Springer e5 mit dem Bauern schlagen (6… dxe5). Nach Dame d1 schlägt Lg4 (7. Dxg4) gewinnt Schwarz Material mit 7...Sxc2+ ohne böse Folgen befürchten zu müssen. Doch Elias' Gegner reagierte arglos, nahm stattdessen die Dame mit 6…Lxd1 und wurde so Opfer des wunderschönen Mattbildes. Eine derartige erste Partie im Ligabetrieb in so jungen Jahren, das ist ja wunderbar für den jungen Mann. Wenn Elias seine schachlichen Fähigkeiten kindgerecht und in aller Ruhe weiterentwickelt, dann haben wir in einigen Jahren vielleicht einmal einen ganz Großen in unseren Reihen.

Was ist noch passiert an diesem Sonntag im Hajek-Saal? An der Fensterreihe spielte unser Oberliga-Team mit unseren drei Internationalen Meistern Mark Kvetny, Petar Benkovic und Andreas Strunski. Alle drei gewannen, Mark allerdings kampflos, denn sein Gegner, der mehrfache württembergische Meister Thilo Kabisch, erschien nicht rechtzeitig zu seiner Partie. Unser Gegner in der ersten Runde war wie im letzten Jahr Schmiden/Cannstatt. Früher hatten wir so oft gegen Schmiden verloren, aber dieses Mal fehlten bei Schmiden drei Leistungsträger, Holzhäuer, Kabisch und Niklasch, so dass am Ende ein 6½:1½-Sieg für uns heraussprang. So darf es gerne weitergehen.

Nicht so gut lief es bei Pavel Aksenovs Landesliga-Team im Match gegen Winnenden. Das ist das Team des Kärcher-Chefs Hartmut Jenner, der aber leider nie mitspielen kann. Zu Anfang sah es nicht schlecht aus. Doch dann kippten einige Partien, so dass unsere Dritte am Ende mit 3:5 unterlag.

In der dritten Tischreihe schließlich spielten Horst Gehrings Routiniers der Sechsten gegen unser aufgestiegenes Team 9 vom letzten Jahr, nun SSF 7. Jung gegen alt im Schach, das ist das, was den Älteren meistens gar nicht schmeckt. Durch den sauberen Sieg Olaf Eißmanns am Spitzenbrett konnte die Niederlage gegen die Jugendlichen in Grenzen gehalten werden:  SSF 7 - SSF 6: 3½:2½ mit Siegen von Johannes Leitherer, Malte Bantchev und des kleinen Elias auf der Jugendseite.

Claus Seyfried

Fotoimpressionen von Biserka Brender:


Unsere Dritte mit Matthias Strobel und Uwe Schiestl am Brett und Pavel Aksenov stehend














Igor Neyman (S) versuchte mehr, doch am Ende musste er sich gegen Martin Krockenberger (S/C) mit einem Remis begnügen.


Robert Gabriel (S) mit Schwarz gegen Steffen Eisele (S/C).


Martin Hofmann (S) - Markus Löhr (S/C).




Analysen danach. Martin Hofmann konnte Markus Löhrs Angriffsversuchen widerstehen und am Ende sogar besiegen. Aber es war kompliziert.


Am Ende gewann Robert Gabriel gegen Steffen Eisele.


Auch Alexander war heute im Einsatz.




1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 d6 4.Sc3 Lg4 5.d3 Sd4 6.Sxe5 Lxd1 (6...dxe5 7.Dxg4 Sxc2+) 7.Lxf7+ Ke7 8.Sd5+ matt