Zentrale Schlussrunde der Oberliga in Vaihingen: Wir sind Württembergischer Mannschaftsmeister!!


Ein Traum ist wahr geworden. Nach etlichen vergeblichen Versuchen, und auch nach einigen Jahren, in denen wir schon froh waren, nicht allzu viel mit dem Abstieg zu tun zu haben, ist es uns nach sieben Jahren Pause endlich wieder gelungen! Die Meisterschaft in der Oberliga Württemberg und der Aufstieg in die 2. Bundesliga Süd. Eigentlich hatten wir schon früh allen Grund die Saison abzuschreiben. Es begann zwar gut mit einem hohen Sieg gegen Schmiden/Cannstatt in der allerersten Runde. Doch da hat es uns der Gegner sehr leicht gemacht, in dem er quasi „Ohne Drei” antrat. Aber schon in der zweiten Runde kam die kalte Dusche mit einer völlig überflüssigen Niederlage bei einem der beiden Hauptkonkurrenten, dem SC Böblingen.

Danach sah es nach einem ungefährdeten Durchmarsch der Böblinger aus. Immerhin gelang es uns mit Siegen gegen Deizisau II und vor allem Anfang Dezember bei den jungen und starken Heilbronnern Anschluss an die Spitze zu halten. Aber gerade auf diese Heilbronner setzte der in diesem Jahr - entgegen seinem Naturell - optimistische „non playing Captain” Claus Seyfried seine Hoffnung, da diese Heilbronner in der letzten Runde auf Böblingen treffen sollten und so vielleicht eine Chance bestand Böblingen noch einzuholen?

Währenddessen plagten uns arge Personalprobleme. Teilweise gab es Überlegungen nur zu siebt oder gar zu sechst anzutreten. Kein Wunder, dass sich der „non playing Captain” bei sechs von neun Matches selbst einwechseln musste. Sehr schwer taten wir uns auch in der vorletzten Runde vor gerade mal zwei Wochen beim Auswärtsspiel in Biberach. Insbesondere wegen des erstmaligen Einsatzes unseres neuen Spielers am Spitzenbrett, des 16-jährigen Ivan Schitco aus Moldawien, dachten wir endlich keine Aufstellungsprobleme mehr zu haben. Die Termine vorher im Februar hatte uns Familie Schitco schon Anfang Januar wegen Ivans Teilnahme am Aeroflot-Open in Moskau abgesagt. Den Märztermin hatten wir dann ebenfalls schon im Januar fest vereinbart ohne überhaupt zu schauen, wer dann der Gegner sein würde. Wir hätten Ivan gegen jeden Gegner eingesetzt, einfach um ihm zu zeigen, dass wir es ernst meinen.

Doch trotz Ivans Sieg gegen den starken Sinz reichte es nur zu einem mühsamen 4½-Sieg gegen die abstiegsgefährdeten Oberschwaben. Wir hatten Ivan übrigens erst am 30. Dezember während der letzten Runde des Böblinger Opens durch die Initiative von Dr. Kaplunov kennengelernt und haben die Chance genutzt ihn noch vor Ablauf der Nachmeldefrist in der Oberliga vom 31.12. nachzumelden. Das hatte an Sylvester gegen Abend gerade noch so geklappt. Dennoch nahmen die Oberschwaben diese knappe Nachmeldung zum Anlass gegen Ivans Einsatz zunächst Einspruch bei der Staffelleitung und danach Protest beim Verbandsschiedsgericht einzulegen. Danach folgten für uns 13 bange Tage voller Ungewissheit und allerlei Befürchtungen, denn man weiß ja: „Vor Gericht und auf hoher See bist du in Gottes Hand!”. Was hätten wir gemacht, wenn Biberach mit dem Protest durchgekommen wäre? Keine Ahnung, einen Plan B gab es nicht. Doch am Samstag gegen 12 Uhr, also 22 Stunden vor Beginn der letzten Runde kam der erlösende Bescheid von Alexander Häcker, Vorsitzender des Verbandsschiedsgerichts: „Die Nachneldung war in Ordnung!”.

So konnten wir bei der zentralen Schlussrunde gegen unsere Gegner aus Weiler im Allgäu entspannt aufspielen. Ivan neutralisierte am Spitzenbrett den starken GM Plat aus Tschechien und Mark Kvetny gelang ein glänzender Sieg gegen IM Henrichs nach ungewöhnlicher Eröffnung. Besonders stark auch der Schwarzsieg von Andreas Strunski. Damit waren schon 2½ Punkte erreicht und niemand konnte mehr im Ernst annehmen, dass wir das Match noch verlieren könnten. Ganz im Gegenteil, auch Igor Neyman, der den Titel Top-Scorer der Liga nur wegen seiner Verhinderung beim Biberach-Match verpasste, sowie Robert Gabriel und Martin Hofmann gewannen ihre Partien und ermöglichten den überzeugenden 6½:1½-Schlussrundensieg!

Zitat von Bernd Grill, in Vaihingen als Live-Kommentator im Einsatz: „Leider konnten wir ja nur acht Partien (Stuttgart gegen Weiler) übertragen. Über dieses Match kann ich jedenfalls sagen, dass es insgesamt sehr einseitig verlief und Weiler nicht den Hauch einer Chance hatte. Speziell an den hinteren Brettern war die Überlegenheit des Tabellenführers mehr als offenkundig. Der Gewinn der Meisterschaft für die Stuttgarter Schachfreunde zeichnete sich somit schon früh ab.”.





Unser neuer Spieler Ivan Schitco, 16 Jahre jung aus Moldawien.




Verbandsspielleiter Carsten Karthaus, Vizepräsident Walter Pungartnik und Hauptschiedsrichter Andreas Warsitz eröffnen die Zentrale Schlussrunde.




Blick in den Turniersaal. Im Vordergrund Sontheim gegen Deizisau II.




Mark Kvetny (rechts im Bild) konzentriert sich vor seiner Partie gegen IM Henrichs. Neben Mark erkennen wir Petar Benkovic und Andreas Strunski im blauen Pullover.




Weiler im Allgäu (5 Ausländer) gegen Stuttgarter Schachfreunde (nur 2 Ausländer)




Ein heißes Match zwischen den Titelaspiranten SC Böblingen und dem Heilbronner SV steht bevor!




Nicht weniger spannend sollte es zwischen der TG Biberach und dem SK Bebenhausen werden. Mit ein wenig Glück siegte Bebenhausen im Anti-Abstiegsduell. Doch gegen Abend erreichten uns Gerüchte, dass wegen irgendeines Verzichts Jedesheim doch in der 2. Bundesliga verbleiben solle. Somit wäre das Abstiegsduell gar keines gewesen, da es dann nur einen Absteiger aus der Oberliga gibt!





Heilbronner SV - SC Böblingen.







Links unser Team vom anderen Ende. Martin Hofmanns langer Atem brachte ihm den Sieg gegen Fabian Wunder.




Im Vordergrund Schmiden.










Live-Kommentierung im Nebenraum.







Die Live-Kommentatoren Bernd Grill und Gunnar Schnepp.




Das ist es, das Meisterbrett von Württemberg mit den Oberliga-Siegern ab 2001.




Boris Latzke (SK Bebenhausen) erhält seinen Preis als Top-Scorer der Liga.







Markus Brenner, Mannschaftsführer von Deizisau II, nimmt für Ovidiu-Doru Foisor den Preis für die schönste Partie der Saison entgegen.




Petar Benkovic, Ivan Schitco und Mark Kvetny vor der Übergabe des Meisterbretts.




Unser Team: Claus Seyfried, Robert Gabriel, Martin Hofmann, Igor Neyman, Petar Benkovic, Ivan Schitco und Mark Kvetny. Es fehlt: Andreas Strunski.




Wir haben es, das Meisterbrett!






































































Danach im Schwarzbach.





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