Die Stuttgarter Schachfreunde gewinnen die Deutsche Jugendmannschaftsmeisterschaft U16 in Dresden.
Die Meisterschaft fand in einem Dresdner Hotel Elbflorenz statt, sehr nahe dem Jugendgästehaus für die Übernachtungen. Das Gästehaus war relativ luxuriös mit Zweibettzimmern mit eigenem Bad.
Tiefpunkt des Turniers war in der zweiten Runde nach zwei Stunden. Nachdem die erste Runde als Topgesetzter mit 0,5:3,5 verloren ging, sah es nach einer Niederlage in gleicher Höhe aus. Dann kämpfte die Mannschaft sich allerdings wieder zurück. Und dies war ein ständig wiederholtes Verfahren in den nächsten sechs Runden: Die Mannschaftskämpfe waren alle viel spannender, als es die Ergebnisse vermuten lassen.
Von Runde zwei bis sechs dominierten die Jungs mit 17:3 Brettpunkten, und vor der letzten Runde war klar, dass ein Unentschieden gegen den Gastgeber TU Dresden mit Trainer GM Maiwald reichen würde. Spannend war auch diese Runde, wenn auch nach drei Stunden klar war, dass sich die beiden Spitzenbretter durchsetzen würden. Damit reichte es am Ende zu einem klaren Sieg mit zwei Mannschaftspunkten Vorsprung bei hervorragenden 20:8 Brettpunkten.
Hervorzuheben ist am ersten Brett Daniel Nunez Gregoire, der in der ersten Runde in eine Vorbereitung lief und danach alle Partien gewann. Dies sichert ihm den Titel FIDE-Meister im Alter von 15 Jahren. Dahinter spielte Daniil Yasmo sehr solide und sicher gegen für ihn meist schon deutlich schwächere Gegner. Aber auch an den hinteren Brettern holten Elias Gotfried und Letong Zhong mehr Punkte als notwendig.
Das Jahr 2025 fand einen glänzenden Abschluss im Gewinn der Deutschen Meisterschaft in Dresden. Von den Sehenswürdigkeiten der Stadt hat nur Letong nach der letzten Runde etwas mitbekommen. Doppelrunden erforderten völlige Hingabe. Die An- und Abreise dauerte jeweils etwa zehn Stunden – zum Wohle des Vereins mit dem Deutschland-Ticket. Auf der Rückfahrt blieb in Nürnberg Zeit für die Einkehr in einer Osteria. Ankunft zu Hause war 1:00 Uhr in der Nacht.
Die Mannschaft ist noch U15 und kann nächstes Jahr den Titel verteidigen. Dann läuft Erkenschwick vielleicht mit dem Europameister auf, und es wird sehr spannend.
Die Abschlusstabelle und weitere Informationen finden sich auf der Seite der Deutschen Schachjugend.
Vor der Schlussrunde spielte unsere U16 in Dresden um die Chance auf den Titel. Es folgt der integrierte Bericht über die dramatische Vorschlussrunde gegen die Berliner aus Oberschöneweide.
Spitzenpaarung der DVM U16 in Dresden gegen die Berliner aus Oberschöneweide. Von den vierzig Partien sind 32 beendet, in diesem Spitzenkampf aber noch keine. Und auch allzu entschieden sieht es noch nicht aus. Aber wesentlich besser als in den ersten beiden Stunden des Wettkampfs.
Die Mannschaft besteht aus Spätstartern, nicht nur morgens beim Aufstehen, sondern auch in der Partieanlage und im ganzen Turnierverlauf. Nach einem Debakel in der ersten Runde mit nur einem halben Brettpunkt gegen SV Königsjäger Süd-West folgten fünf Siege mit 13,5:2,5 Brettpunkten. Nun ging es darum, die Chancen für die morgige letzte Runde zu erhalten.
Es kann einem schon mulmig werden. Daniel spielte korrekt
41... Lb1 42. d6 Lf5 43. d7 Tb8 44. Ke5 b3
und gewann die Partie.
Sieht noch sehr ruhig aus, aber es folgte
53. Sa6 ba6 54. b7 Th7 55. Thb1 Tc7 56. Tb6 Te7 57. h5 Td7 58. h6 Te7
Es folgte
59. Txa6?
Richtig war Th1 Th7 Th5; da Le6 gefesselt ist, hängt der f5 und es droht Ke5.
59... T7xb7 60. Txb7 Txb7 61. Ta8 Kg6 62. a6 Th7? 63. Te8 Kf6 64. Tf8 Kg6
und dann Ke5 mit Gewinn. Schwarz hätte 62... Te7 mit der Idee 63. a7 e3! versuchen sollen.
Es folgte die freiwillige Schwächung
30. h3? Thg8 31. Kf2 Tg3 32. Tac1 Tdg8 33. Tg1 Sxe4
und Elias verwertete den Vorteil sicher.
Am letzten Brett zeigt die Schlussstellung der Partie, dass es alles andere als einfach war:
Letong hat nur das notwendige Material für das Remis behalten, Stichwort falscher Läufer.
Mit nun 17:3 Brettpunkten in der Aufholjagd reicht morgen ein Unentschieden gegen die TU Dresden, die mit GM Jens-Uwe Maiwald den weitaus kompetentesten Betreuer vorweisen können. Also erst einmal Eröffnungen überleben.
Gerd Lorscheid, 2025
Redaktion: Robert Gabriel, 2026